Wo unsere ZOBA-Kollegen ihre Energie auftanken

Mein Name ist Sarah Meyer, ich bin seit dreieinhalb Jahren bei der ZOBA Service & IT GmbH im Schulungsbereich und darf außerdem weitere Projekte mitgestalten. Meine Arbeit bedeutet für mich, Menschen zu beraten, Prozesse mitzugestalten und immer wieder neue Herausforderungen flexibel anzunehmen. Das erfüllt mich sehr – aber es fordert mich auch. Und genau deshalb brauche ich gelegentlich einen wirklichen Gegenpol.

Dieses Jahr habe ich ihn gefunden: Irgendwo im Nirgendwo im Okavango-Delta, mitten in Botswana.

Keine Zäune, keine Grenzen – nur Wildnis

Unsere Unterkunft war kein Resort. In diesem kleinen Camp werden normalerweise die Guides für Safaris ausgebildet: einfache Zelte, eine Buschküche und ein „Klassenzimmer“ ohne Wände. Es gab keine Absperrungen, keine Sicherheitsinfrastruktur zwischen uns und der Savanne. Zelten in der puren Wildnis bedeutet: Man schläft dort, wo am nächsten Morgen Löwenspuren im Sand zu sehen sein können. Und genau das ist passiert.

Wer nachts das tiefe Grollen eines Löwen hört – aus wenigen hundert Metern Entfernung, der erlebt etwas sehr Klares: die ungezähmte Natur und die eigene Winzigkeit. Das klingt erschreckend, ist aber befreiend. Auf einmal verlieren viele Dinge, die morgens noch groß erschienen, ihre Schwere.

Das African Newspaper

Jeder Morgen begann mit einer Spurensuche. Der Sand rund ums Camp ist ein stilles Archiv der Nacht: Hyänentritte, die geschwungene Spur einer Schlange, der breite Abdruck eines Elefantenfußes. Die lokalen Guides nennen das liebevoll das „African Newspaper“ – und tatsächlich liest man dort mehr über das Geschehen der vergangenen Stunden als in jeder Schlagzeile.

Dementsprechend wurde jeder Tag individuell gestaltet und versucht, die entsprechenden Tiere ausfindig zu machen. Das kann sich über Stunden, manchmal sogar über Tage hinziehen. Und das macht es so spannend. Es wird sich nur auf das Wesentliche konzentriert: Rufe von anderen Tieren, abgeknickte Äste, wohin führt die Spur im Sand? Und immer stets die Umgebung im Blick behalten. Selbst einen Elefanten kann man in den hohen und dichten Mopanewäldern schon einmal übersehen.

Ein Moment, der alles in den Schatten stellt

Einen Tag werden wir wohl nie vergessen. Bereits ab morgens um 5 Uhr, nach dem ersten Kaffee am Lagerfeuer, suchten wir stundenlang nach einer Löwengruppe – durch dichtes Buschwerk, über ausgetrocknete Flussbetten, in dem hohen Savannengras. Dann endlich: Sechs weibliche Löwen und zwei Jungtiere. Wir verbrachten eine Weile gemeinsam mit ihnen, beobachteten, wie sie lagen, die Umgebung registrierten und einen Jagdversuch auf ein Warzenschwein unternahmen.

Unsere beiden Guides – Menschen, die diese Wildnis seit Jahrzehnten kennen und lieben – machten einen scherzhaften Kommentar: Es wäre doch schön, wenn jetzt noch ein Leopard vorbeikäme. Im gleichen Moment fielen uns aus der Ferne die aufgeregten Rufe von Pavianen auf. Wer die Savanne kennt, weiß: Paviane warnen, wenn Raubtiere in der Nähe sind.

Dann sahen wir ihn – oder vielmehr: seinen Schwanz. Ein Leopard, halb verborgen im hohen Gras.

Was folgte, geschah in Sekunden. Die Löwen nahmen die Witterung auf. Und plötzlich war die entspannte Stimmung vorbei. Was viele nicht wissen: Löwen und Leoparden sind keine friedlichen Nachbarn. Sie konkurrieren um dieselbe Beute, um dieselben Reviere – und Löwen töten Leoparden, wenn sie die Gelegenheit haben. Der Leopard wusste das. Im letzten Moment erkannte er die Gefahr, sprintete los und – im vollen Lauf – sprang er auf einen hohen Baum. Hoch genug, dass die Löwen nicht folgen konnten.

Stille. Dann Atem holen.

Solche Momente lassen sich nicht planen, nicht wiederholen und nicht in Worte fassen – man kann nur dabei sein. Und dafür bin ich, immer wieder, sehr dankbar!

Zurück zur Basis

Was mich am stärksten beeindruckt hat, war die Einfachheit. Im Delta gibt es kein WLAN, keine To-do-Listen, keinen Kalender. Man lebt mit dem, was man dabei hat – und merkt schnell, wie wenig das sein muss. Dieser erzwungene Minimalismus ist keine Einschränkung, sondern ein Geschenk. Er zeigt, was wirklich zählt: Gemeinschaft, Wachheit, das Hier und Jetzt.

Zurück im Büro spüre ich, wie diese Erfahrung nachwirkt. Ich bringe wieder die Energie mit, die es braucht, um für unsere Kundinnen und Kunden wirklich gute Arbeit zu leisten.

… und ehrlich gesagt, ist das nächste etwas verrückte Abenteuer bereits in Planung.

Mein Tipp an Euch:
Seht die kleinen Dinge, die oft so entscheidend sind. Die Euch voranbringen und die einen großen Unterschied machen können. Manchmal muss man die Einfachheit spüren und sehen, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen.

Eure Sarah

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