Ronja erklärt euch: Container (-nummern)

In unserer neuen Rubrik „Ronja erklärt euch…“ geben wir unserer Auszubildenden Ronja die Gelegenheit zollrechtliche Themen ihrer Wahl auszuarbeiten und für Sie darzustellen.
Freuen Sie sich auf einen frischen Blickwinkel auf eingestaubte Zollthemen und geben Sie uns gerne ein Feedback. Auch über Themenwünsche Ihrerseits freut sich Ronja sehr. Sie können Ronja unter
r.rebber@zoba.de erreichen. Und nun viel Spaß beim Lesen.

Die wichtigsten Fragen:
Welche Container gibt es?
Was passiert mit Containern, die vom Schiff fallen?
Wofür stehen die ganzen Zahlen auf einem Container?
Wie sind die Container, wie wir sie heute kennen entstanden?

Jedes Jahr werden rund 250 Millionen Container mit den verschiedensten Inhalten verschifft. Aber was genau steckt hinter den Containern und wofür sind die ganzen Beschriftungen und Nummern nötig?

Welche Container gibt es?
Container sind große Behälter von über drei Quadratmeter, die überwiegend im internationalen See- und Landverkehr zum Einsatz kommen. Außerdem unterscheidet man zwischen ISO-Containern und Binnencontainern.

Die ISO-Container werden weltweit eingesetzt und haben eine Standardlänge von 20ft (~6,10m) oder 40ft (~12,19m). Der 20ft Standardcontainer kann mit etwa 11 Europool-Paletten beladen werden. Es gibt außerdem noch ISO-Sondermaße für Container. Diese liegen bei 30, 35, 45, 48 und 53ft. Hierbei ist zu beachten, dass diese nicht oder nur eingeschränkt in Europa verwendbar sind. Dies liegt an den speziellen Größen der Container. Viele von ihnen können nicht fachgerecht auf den Schiffen festgemacht werden und stellen somit eine Gefahr dar. Meistens müssen diese Container mit einem LKW von A nach B transportiert werden. 

FUNFACT:
Wussten Sie, dass jährlich etwa 1.400 Container von Schiffen ins Meer fallen? (Diese tatsächlichen Zahlen sind natürlich stark von den Wetterbedingungen abhängig.)

Die Binnencontainer werden in Kontinentaleuropa benutzt und haben ebenfalls eine Länge von 20ft oder 40ft. Sie werden nur in Landverkehren mit Bahn oder LKW benutzt und dürfen bis zu 26.750 kg aufnehmen.

Was passiert mit den Containern, die vom Schiff fallen?
Die meisten Container, die über Bord gehen treiben lange im Meer und werden entweder sehr spät oder sogar nie gefunden. Man geht davon aus, dass etwa 12.000 Container weltweit im Meer schwimmen. Dies stellt eine große Gefahr für kleinere Schiffe dar, da die Container nur knapp unter der Wasseroberfläche treiben und nur schwer zu erkennen sind. Dadurch entsteht eine erhöhte Kollisionsgefahr. Außerdem stellen die treibenden Container eine erhebliche Umweltbelastung dar, weil die darin enthaltene Ware – die oft aus Plastik besteht – somit in das Wasser gelangt.

Wofür stehen die ganzen Zahlen auf einem Container?
Die Containernummern sind gemäß ISO 6346 aufgebaut. Sie müssen an den kurzen Seiten des Containers gut sichtbar angebracht werden und bestehen aus Eigentümerschlüssel, Produktgruppenschlüssel, Registriernummer und Prüfziffer.

N C Q  J  287833  1

Eigentümerschlüssel Einmaliger Schlüssel, der durch eine Registrierung im Büro für Container (BIC - Bureau of International Containers) vergeben wurde.
Produktgruppenschlüssel Der Produktgruppenschlüssel besteht aus einem der Buchstaben U (für alle Container), J (für Ausrüstungen, die am Container angebracht werden können) oder Z (für Anhänger und Fahrgestelle).
Registriernummer Die Registriernummer, bestehend aus sechs Ziffern, ist einmalig. Es kann vorkommen, dass eine Containernummer aus weniger als sechs Ziffern besteht. In diesem Fall wird vor die bestehenden Zahlen so oft eine Null gesetzt, bis eine sechsstellige Zahlenfolge erreicht wird.
Prüfziffer Dient dazu, Fehleingaben und Zahlendreher auszuschließen.

Hinweis:
Die Kombination aus Eigentümerschlüssel und Produktgruppenschlüssel, wird auch als „Alpha Prefix“ oder „Owner Code“ bezeichnet.

Aber nun genug von diesen langen Nummern. Viel interessanter ist doch die Frage, wie die Container wie wir sie kennen überhaupt entstanden sind.
In den 1930ern kam der US-Amerikaner Malcom P. McLean auf die Idee, dass es vielleicht sinnvoller sei, die zu verschiffenden Waren in einem großen Behälter zu verladen, anstatt alle einzelnen Kisten mit Ware vom LKW auf das Schiff zu tragen.

Ähnlich, wie die Zigarettenschachteln in einem Zigarettenautomaten!

Die Idee wurde nicht direkt von der Mehrheit angenommen, aber dann – 1956 – verließ das erste Containerschiff „Ideal X“ mit rund 60 Containern den Hafen in New Jersey und fuhr nach Houston (Texas). Erstaunlich: Das Verladen von Waren dauerte bis vor der genialen Idee etwa 10 Tage! Plötzlich dauerte der Prozess nur noch drei Tage.
1961 wurden die Standardmaße für einen Container beschlossen. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr und der Container wie wir ihn heute kennen verbreitete sich rasch weltweit.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Container unsere Welt und vor allem die Logistik massiv ins Positive verändert haben. Vielleicht sollten wir zwischendurch an Herrn Malcom McLean denken und ihm danken.

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