Die dynamische Zollpolitik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump bestimmt seit mehr als einem Jahr die Berichterstattung in den unterschiedlichsten Medien und sorgt bei vielen Unternehmen für große Unsicherheiten. Mittlerweile sind neben den sogenannten reziproken Zöllen – für Waren aus der EU aktuell bei 15 % – auch eine ganze Reihe warenbezogener Maßnahmen in Kraft. In der folgenden Tabelle haben wir Ihnen eine aktuelle Übersicht zusammengestellt:
| Warengruppe | Wie hoch ist der Zollsatz aktuell? |
|---|---|
| Autos sowie Autoteile und -zubehör | 25 % |
| Stahlerzeugnisse und Derivate | 50 % |
| Aluminiumerzeugnisse und Derivate | 50 % |
| Kupfer- und Kupfererzeugnisse | 50 % |
| Weichholz und Holzprodukte | 10 % bzw. 25 % |
| Mittelschwere LKW und Teile davon | 25 % bzw. 15 % |
| Busse | 10 % |
| Bestimmte Halbleiter | 25 % |
Die betroffenen Warengruppen werden fortlaufend erweitert. Daher ist es für Unternehmen essenziell die aktuellen Entwicklungen in diesem Zusammenhang aufmerksam zu verfolgen.
Hier ein paar Tipps für die Recherche:
- Die aktuell gültigen Zollsätze können Sie im Harmonized Tariff Schedule of the United States (HTSUS) recherchieren. Hier erfolgt die Umsetzung der jeweiligen Proklamationen durch entsprechende Anpassungen im Unterkapitel III des Kapitels 99. In diesem Unterkapitel sind spezielle Zusatzabgaben aufgeführt, die im Rahmen handelspolitischer Maßnahmen beispielsweise auf Stahl und Aluminium erhoben werden. Den HTSUS erreichen Sie über folgenden Link: https://hts.usitc.gov/
- Auch die Recherche in der Access2Markets kann Ihnen einen guten Überblick über die geltenden Maßnahmen beim Import Ihrer Waren in den USA geben. Bei der Recherche sollten Sie aber beachten, dass neue Maßnahmen möglicherweise nicht umgehend eingepflegt werden können. Die Access2Markets
erreichen Sie über folgenden Link: https://trade.ec.europa.eu/access-to-markets/de/home
- Über die aktuellen US-Zölle informiert auch die österreichische Zollverwaltung auf ihrer Internetseite: https://www.wko.at/aussenwirtschaft/us-zoelle
Die EU wiederum setzt die angekündigten Gegenmaßnahmen aktuell noch aus. Ob diese Aussetzung weiterhin aufrechterhalten wird oder die Zölle doch in Kraft gesetzt werden ist noch unklar. Eine notwendige Verordnung der Europäischen Union wurde bisher nicht im Amtsblatt der EU veröffentlicht.
Quellen: Europäische Kommission (https://commission.europa.eu/index_de), Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika (https://www.whitehouse.gov/), Amtsblatt der Europäischen Union (https://eur-lex.europa.eu)